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Studierende unterstützen ukrainische Schulkinder im Schulalltag

18. August 2023
up! – Ukraine Peer Projekt bietet schnelle und pragmatische Unterstützung an Schulen
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Christa Kehm, kommissarische Schulleiterin der Cranachschule, Oberbürgermeister Thomas Kufen, Bärbel Bergerhoff-Wodopia, Mitglied des Vorstands der RAG-Stiftung und Viktoria Wesemann, Projektmanagerin in der RuhrFutur gGmbH, mit Schüler*innen aus der Ukraine

In der Region Ruhr hat sich eine einzigartige Kooperation für die schulische Integration geflüchteter Schüler*innen aus der Ukraine zusammengefunden: Initiiert und gefördert von der RAG-Stiftung, kooperieren die Ruhr-Universität Bochum, die Technische Universität Dortmund, die Universität Duisburg-Essen und die Zukunftsstiftung Bildung, um konkrete Hilfestellung für aus der Ukraine geflüchtete Kinder und Jugendliche in ihrem neuen Schulalltag im Ruhrgebiet zu bieten. Die Bildungsinitiative RuhrFutur koordiniert das Projekt.

up! – Ukraine Peer Projekt vermittelt Studierende – nach Möglichkeit mit ukrainischen und/oder russischen Sprachkenntnissen – als Lernbegleiter*innen an Schulen aller Schulformen und Klassen im Ruhrgebiet. Dort unterstützen sie die Schüler*innen aus der Ukraine, sowohl bei individuellen Lernprozessen und im Spracherwerb als auch bei der Integration in den Schulalltag. up! – Ukraine Peer Projekt fördert so die Bildungsteilhabe und Chancen auf Bildungserfolg der zugewanderten Schüler*innen und bietet zugleich eine Entlastung der Lehr- und Fachkräfte.

Die Studierenden verbringen zweimal wöchentlich drei Stunden mit den Schüler*innen. Im Vorfeld werden sie in eigens dafür entwickelten Qualifizierungen der Zukunftsstiftung Bildung und der Hochschulen auf die Lernbegleitung vorbereitet und für die besondere Situation der aus dem Krieg geflüchteten Schüler*innen sensibilisiert. Während ihrer Tätigkeit werden sie vom Projektteam beraten und supervidiert.

Mit Projektstart im April wurden Schulen und Studierende miteinander gematcht. 45 Studierende wurden seitdem von der Zukunftsstiftung Bildung in Zusammenarbeit mit den drei Hochschulen qualifiziert und sind nun zunächst bis Ende Februar 2024 an 17 Schulen in den neun Ruhrgebiets-Städten Bochum, Castrop-Rauxel, Dortmund, Essen, Hagen, Herten, Lünen, Mülheim an der Ruhr und Witten im Einsatz. Möglich ist up! – Ukraine Peer Projekt dank einer großzügigen Förderung der RAG-Stiftung mit Mitteln aus ihrem Sonderbudget von 2 Millionen Euro für Geflüchtete aus der Ukraine, die in den ehemaligen Bergbauregionen Zuflucht finden.

Bärbel Bergerhoff-Wodopia, Mitglied im Vorstand der RAG-Stiftung: „Mit up! – Ukraine Peer Projekt haben sich relevante Bildungsakteure im Ruhrgebiet zusammengetan, um Verantwortung in dieser besonderen Krisensituation für Kinder und Jugendliche, die vor dem Krieg flüchten mussten, zu übernehmen. Damit können wir sowohl den ukrainischen Schulkindern helfen, sich in unserem Schulsystem gut zurechtzufinden als auch den Schulen, die ebenfalls vor besonderen Herausforderungen stehen. Aber auch die Studierenden profitieren als Mentoren vom Peer-Ansatz, indem sie neue Kompetenzen erwerben und gleichzeitig ihre Sprachkenntnisse und eigenen Erfahrungen einbringen können. Die Bedeutung und Wirksamkeit des Projektes können wir bereits jetzt feststellen, weshalb wir uns dazu entschieden haben, es zu verlängern. Im nächsten Jahr sollen insbesondere Schulen unterstützt werden, die vergleichsweise viele ukrainische Kinder und Jugendliche aufgenommen haben und damit einen ganz besonderen Einsatz zeigen.“

Viktoria Wesemann, Projektmanagerin bei der RuhrFutur gGmbH erklärt: „Unterschiedliche Akteur*innen sektorenübergreifend zu vernetzen und zu koordinieren ist seit zehn Jahren Aufgabe von RuhrFutur. Wir freuen uns, mit dem up! – Ukraine Peer Projekt einen relevanten Beitrag für Bildungsteilhabe leisten zu können.“

In der Essener Cranachschule überzeugten sich heute Oberbürgermeister Thomas Kufen, Bärbel Bergerhoff-Wodopia und Viktoria Wesemann von der Wirksamkeit des Projektes. Sie besuchten gemeinsam die Schule und sprachen mit Lernbegleiterinnen darüber, wie sie den Kindern helfen, in der Schule anzukommen.

„Seit Beginn des russischen Überfalls auf die Ukraine sind fast 10.000 Menschen allein nach Essen gekommen“, so Oberbürgermeister Thomas Kufen. „Angebote, die den Anschluss und die Integration in die Stadtgesellschaft erleichtern, sind deshalb sehr willkommen. Studierende helfen Schülerinnen und Schülern bedarfsgerecht, sowohl bei individuellen Lernprozessen als auch beim Spracherwerb. Der Kontakt zu jungen Menschen, die ebenfalls Integrationserfahrungen haben, ist darüber hinaus eine wichtige Unterstützung. Das Projekt up! passt deshalb sehr gut zur Stadt Essen und ergänzt bereits bestehende Angebote. Vielen Dank an die RAG-Stiftung für die Initiative und Förderung! Als Teil der Bildungsinitiative RuhrFutur freuen wir uns über die Umsetzung in Essen.“

up! – Ukraine Peer Projekt ist ein von der RAG-Stiftung initiiertes und gefördertes Gemeinschaftsprojekt der Ruhr-Universität Bochum, der Technischen Universität Dortmund, der Universität Duisburg-Essen und der GLS Zukunftsstiftung Bildung mit Unterstützung von RuhrFutur.

Weitere Informationen finden Sie unter www.ruhrfutur.de/ukraine-peer-projekt.

Über die RAG-Stiftung

Die privatrechtliche RAG-Stiftung wurde 2007 gegründet. Seit Anfang 2019 übernimmt sie die Finanzierung der sogenannten Ewigkeitsaufgaben des deutschen Steinkohlenbergbaus an Ruhr, Saar und in Ibbenbüren. Mit zahlreichen Projekten in den Bereichen Bildung, Wissenschaft und Kultur setzt die Stiftung zudem positive Signale in den ehemaligen Bergbauregionen.

Weitere Informationen zur RAG-Stiftung finden Sie unter www.rag-stiftung.de.

Über RuhrFutur

RuhrFutur ist eine gemeinsame Bildungsinitiative von Kommunen, Hochschulen, der Region, dem Land Nordrhein-Westfalen und der Stiftung Mercator für das Ruhrgebiet. Ihr Ziel ist es, das Bildungssystem leistungsfähiger zu gestalten und allen Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen faire Chancen auf Bildungszugang, Bildungsteilhabe und Bildungserfolg zu eröffnen – unabhängig von ihrer Herkunft.

Weitere Informationen finden Sie unter www.ruhrfutur.de.


Bei Fragen sprechen Sie uns gerne an:
Julia Heer
Leitung Kommunikation
RuhrFutur GmbH
Tel. 0201-177 878-12
julia.heer@ruhrfutur.de