RuhrFutur startet in die zweite Förderphase

Ruhrfutur Förderphase 2

Mit Beginn des neuen Jahres ist RuhrFutur in die zweite Förderphase gestartet. Mehr als vier Jahre nach Unterzeichnung der ersten Kooperationsvereinbarung hat die Initiative Vieles erreicht. Das belegt nicht nur die Zahl der Maßnahmen, die die Partner gemeinsam entwickelt haben, sondern auch die Art und Weise, wie die Kooperation von den Partnern gelebt wird. Eine Vielzahl fachlicher Netzwerke ist entstanden, und es haben sich Vertrauensbeziehungen zwischen Akteuren gefestigt, die zuvor manchmal kaum oder gar nicht miteinander zu tun hatten.

Grund genug für die Stiftung Mercator, RuhrFutur weitere fünf Jahre lang zu fördern. Im Herbst vergangenen Jahres machte der Beirat der Stiftung den Weg frei für die zweite Förderphase. Auch diesmal beträgt die bewilligte Fördersumme rund 15 Millionen Euro. Bereits kurz nach Verkündung der Verlängerung verständigten sich die RuhrFutur-Partner auf neue Zielformulierungen. Zentrale Eckpunkte sind die Vertiefung der bisherigen Kooperationen, die individuelle Förderung von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen und das Stärken ihrer Persönlichkeit, damit sie ihr Leben eigenständig führen und die Gesellschaft mitgestalten können, eine stärkere Konzentration auf die Übergänge und die Überprüfung der Wirkung der gemeinsam angestoßenen Aktivitäten. Die Neuauflage der Kooperationsvereinbarung soll in den nächsten Wochen von Vertreterinnen und Vertretern aller Partner offiziell unterzeichnet werden.

Auch personell bringt die zweite Förderphase Veränderungen mit sich. Die Geschäftsführung wird um Dr. Oliver Döhrmann erweitert, der bislang die Stiftung Mercator in der fachlichen Steuerungsgruppe vertreten hat. Dies trägt vor allem der gewachsenen Komplexität der RuhrFutur gGmbH Rechnung. Zu den Schwerpunkten seiner Tätigkeiten zählen initial vor allem die Leitung der assoziierten Projekte sowie das Finanzmanagement, das zuvor in der Zuständigkeit von Mark Becker lag, der die Geschäftsstelle im vergangenen Dezember verlassen hat.

Seit Dezember verstärkt Sabine Rehorst unsere Kommunikation. In den letzten elf Jahren hat sie im Kölner Böhlau Verlag die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit verantwortet, in gleicher Funktion war sie im Kulturwissenschaftlichen Institut Essen (KWI) sowie im Verlag Leske + Budrich tätig. Bei RuhrFutur konzentriert sie sich vor allem auf die Pressearbeit sowie auf die Veranstaltungskonzeption. Melanie Dahl hat die Geschäftsstelle verlassen.

Als neue Projektmanagerin ist seit Ende letzten Jahres Rebecca Rafalski für „Schulen im Team“ verantwortlich. Erste praktische Erfahrungen im Bildungsbereich sammelte sie beim Bildungswerk Stenden, einer öffentlich anerkannten Einrichtung der politischen Erwachsenenbildung. Rebecca Rafalski folgt auf Svenja Neumann und Nina Jansen.

Handbuch zur Studienorientierung erschienen

Handbuch Studienorientierung

Die Ruhr-Universität Bochum, Fachhochschule Dortmund, Technische Universität Dortmund, Universität Duisburg-Essen, Westfälische Hochschule Gelsenkirchen Bocholt Recklinghausen und Hochschule Ruhr West haben sich im Rahmen von RuhrFutur gemeinsam auf den Weg gemacht, die Bedingungen für ein erfolgreiches Studium in der Metropole Ruhr qualitativ zu verbessern, mehr Studienberechtigte zur Aufnahme eines ihren Fähigkeiten entsprechenden Studiums zu motivieren und die Studienerfolgsquote zu erhöhen.

Im Übergang von der Schule zur Hochschule nimmt das gemeinsame Engagement der Hochschulen insbesondere die Studienvorbereitung und den Studieneinstieg in den Blick.

Am Ende ihrer Schulzeit fragen sich viele Schülerinnen und Schüler, wie es nach dem Abitur weitergehen soll. Diejenigen unter ihnen, die sich für ein Studium in der Ruhrregion interessieren und einen Hochschulabschluss anstreben, haben die Qual der Wahl – unter einer Vielzahl von Studiengängen sowie zahlreichen Informations- und Beratungsmöglichkeiten. Das breite, oft unübersichtliche Angebot macht Orientierung und Auswahl nicht leicht, so dass viele Studieninteressierte, aber auch ihre Eltern sowie die Lehrerinnen und Lehrer schnell den Überblick verlieren.

Die Zentralen Studienberatungen der RuhrFutur-Hochschulen lichten diesen Informationsdschungel. Ihr gemeinsam erarbeitetes Handbuch „Studienorientierung Modell Ruhr. Angebote von Hochschulen für Schulen“ beantwortet nicht nur die Fragen rund um die Studienwahl, sondern stellt systematisiert das gesamte Beratungs- und Informationsangebot vor: ausgehend von grundlegenden Informationen (Kontaktdaten, Zugangsberechtigungen, Bewerbungs- und Zulassungsverfahren) über detaillierte Beschreibungen der Orientierungsmöglichkeiten (Bildungsmessen, Hochschultage, Schnuppervorlesungen) bis zu erweiterten Serviceangeboten (Wohnen, Auslandsaufenthalte, Rechtsberatungen).            

Schülerinnen und Schüler sowie die Akteure, die die Berufs- und Studienorientierung begleiten, haben nun erstmals die Möglichkeit, sich auf einen Blick über die Angebote der Hochschulen nach Jahrgangsstufen und Themengebieten sortiert zu informieren.

Die Website www.studienorientierung-ruhr.de bietet darüber hinaus zusätzlichen Nutzen durch zahlreiche Verweise und ergänzende Links, auch auf externe Angebote.

Das Handbuch „Studienorientierung Modell Ruhr. Angebote von Hochschulen für Schulen“ kann in der RuhrFutur-Geschäftsstelle bestellt oder über die RuhrFutur-Website http://www.ruhrfutur.de/downloads heruntergeladen werden.

Ansprechpartnerin:

Tanja Helmig

Leitung Handlungsfeld Hochschule
Telefon: +49 (0) 201-177878-13
tanja.helmig@ruhrfutur.de

Mikroprojekte gestartet

Ruhrfutur Mikroprojekte

Unterstützung bei den Hausaufgaben, der regelmäßige Austausch mit Lehr- und Fachkräften und nicht zuletzt die Entscheidung über die Wahl der weiterführenden Schule: Eltern sind wichtige Begleiter auf dem Bildungsweg ihrer Kinder und spielen eine mindestens genauso bedeutende Rolle wie Lehr- und Fachkräfte. Um optimale Voraussetzungen für eine gelingende Bildung zu schaffen, kommt es auf eine Bildungs- und Erziehungspartnerschaft zwischen Eltern und Schulen an. Insbesondere der Übergang von den Grund- in die weiterführenden Schulen ist eine auch den Eltern wichtige Weichenstellung, die oft mit Verunsicherung verbunden ist.

Wie lassen sich Bildungs- und Erziehungspartnerschaften am besten gestalten? Und welchen Beitrag können Kommunen dabei leisten? Diese Fragen stehen im Zentrum des Projekts Eltern und Schulen – Gemeinsam stark, das gemeinsam mit den Kommunen Bochum, Castrop-Rauxel und Mülheim an der Ruhr auf den Weg gebracht worden ist. Die Kommunen setzen unterschiedliche Schwerpunkte, Ziel ist es jedoch bei allen, die Zusammenarbeit von Eltern und Schulen jeweils systematisch weiterzuentwickeln und in einem kommunalen Konzept zu bündeln.

Derartige Konzepte sind besonders dann erfolgversprechend, wenn sie auf Erfahrungen aus der Praxis aufbauen. Aus diesem Grund werden im Rahmen von Mikroprojekten mit konkreten Instrumenten  – wie z.B. Elternseminare oder Elterntreffs – erprobt, wie die Zusammenarbeit von Eltern und Schulen gelingen kann. Diese Mikroprojekte dienen aber nicht nur der Entwicklung der kommunalen Konzepte, sie versprechen auch, Veränderungen in der Alltagspraxis anzustoßen, die unmittelbar wirken und andere zur Nachahmung anregen. Und nicht zuletzt ist eine erfolgreiche Praxis ein gutes Argument, um politische Entscheidungsträger davon zu überzeugen, Aktivitäten zu verstetigen.

Die meisten Projekte werden von Schulen durchgeführt, aber auch einige Initiativen und Vereine sind dabei. Die Schwerpunkte zeigen, welche Herausforderungen alle gleichermaßen umtreiben: Wie können (Kommunikations-)Barrieren zwischen Schulen und Eltern überwunden und gegenseitiges Vertrauen geschaffen werden? Wie können Eltern ihr Potential als Bildungsbegleiter voll entfalten? Bei Unterschieden im Detail sind die Herangehensweisen ähnlich: Eltern Veranstaltungen anzubieten, bei denen sie sich einerseits mit schulischen Lehr- und Fachkräften aber auch untereinander austauschen und andererseits Informationen zum Bildungssystem sowie praktische Tipps für die Bildungsbegleitung der Kinder erhalten können.   

Weitere Informationen zu den einzelnen Mikroprojekten

Ansprechpartner:

Tobias Quednau
Projektmanager "Eltern und Schulen – Gemeinsam stark"
Tel.: 0201 – 177878-283
Email: tobias.quednau@ruhrfutur.de

Abschlussdokumentation „Lernen für Vielfalt“ (LeVi)

Dokumentation LeVi

Für die Entwicklungs- und Teilhabechancen neu zugewanderter Schülerinnen und Schüler ist der Zugang zu Sprache und Bildung von zentraler Bedeutung. Gleichzeitig stehen viele Lehrkräfte in Nordrhein-Westfalen vor neuen Herausforderungen, da die Anzahl neu zugewanderter Schülerinnen und Schüler in allen Kommunen zunimmt. Der Bedarf an entsprechender Weiterqualifizierung ist deshalb stark gestiegen.

Vor diesem Hintergrund starteten das Institut für Deutsch als Zweit- und Fremdsprache der Universität Duisburg-Essen (UDE) und RuhrFutur gemeinsam im Oktober 2015 das Projekt „Lernen für Vielfalt (LeVi)“. Durch die gezielte Fortbildung von Lehrkräften leistet es einen wichtigen Beitrag, die Voraussetzungen für schulischen Erfolg von neu zugewanderten Kindern und Jugendlichen zu verbessern.

„LeVi – Lernen für Vielfalt“ beinhaltet acht Bausteine, die Lehrkräfte besonders beim Unterrichten dieser Zielgruppe unterstützen. Bei den vier Bausteinen Lehrerfortbildung, Qualifizierungsreihe für Lehrkräfte, Fortbildungsreihen als Vor-Ort-Angebote und Teamteaching handelt es sich um Fortbildungen, die von Schulen aller Schulformen oder Kommunalen Integrationszentren angefragt werden. Sie können auf unterschiedliche Art und Weise, an verschiedenen Orten und je nach Bedarf durchgeführt werden. In einem weiteren Baustein wurde ein Expertenpool aufgebaut, der die inhaltliche Vielfalt der Fortbildungsthemen abdeckt. Außerdem entstand neues Material zu den Themen „Alphabetisierung“ und „Wortschatzarbeit“ (Materialentwicklung), das an Dozierende weitergegeben wurde (Materialworkshops). Im Verlauf des Projekts ist zusätzlich ein Materialienpool in Form einer Präsenzbibliothek entstanden. Dieser Materialienpool ist mit aktuellen Lehrwerken und Lernmaterialien ausgestattet, die für das Unterrichten von neu zugewanderten Schülerinnen und Schülern relevant sind.

Die jetzt erschienene LeVi-Dokumentation umfasst neben der inhaltlichen Beschreibung auch Evaluationsergebnisse, ausführliche Erfahrungsberichte und Interviews von beteiligten Akteuren sowie die Erörterung der Frage „Was bleibt bestehen?“.

Nach Ablauf des Projektes ist es gelungen, gleich sechs Maßnahmen dauerhaft in die Strukturen der UDE zu integrieren. So besteht weiterhin die Möglichkeit, Lehrerfortbildungen und weitere Qualifizierungsmaßnahmen anzufragen. Dabei werden sowohl verschiedene inhaltliche Schwerpunkte als auch Bedürfnisse der jeweiligen Schulstufen berücksichtigt. Die innerhalb des Projektes entstandene Bibliothek bleibt ebenfalls erhalten

Die Abschlussdokumentation kann auf der Projekthomepage heruntergeladen oder in der Geschäftsstelle in gedruckter Fassung bestellt werden.

Ansprechpartnerin:

Elena Kampmann

Projektmanagerin Wegbereiter – Bildungswege für neu zugewanderte Kinder und Jugendliche bereiten
Telefon: +49 (0) 201-177878-280
elena.kampmann@ruhrfutur.de

Collective Impact in Theorie und Praxis

Collective Impact

„Scripts for Postindustrial Urban Futures: American Models, Transatlantic Interventions“ heißt das neue Promotions-Forschungskolleg, das in diesem Jahr an der Universität Duisburg-Essen eingerichtet wird. Künftig arbeiten hier acht geisteswissenschaftliche Forscherinnen und Forscher eng zusammen mit Berufspraktikern aus amerikanischen und deutschen Organisationen. Gemeinsam wollen sie herausfinden, mit welchen Strategien sich für traditionelle Kohle-, Stahl- und Auto-Städte in Deutschland und den USA neue Zukunftsperspektiven schaffen lassen.

Nach einem Jahr der theoretischen Einarbeitung sollen die Nachwuchswissenschaftler Erfahrungen und Daten in der Praxis sammeln. Einer der Praxispartner ist RuhrFutur. Die Bildungsinitiative dient als Beispiel für den erfolgreichen Transfer des Collective-Impact-Ansatzes aus den USA. Ihr amerikanisches Vorbild „StriveTogether“ ist ebenfalls Teil der Studie, die Kollaborationsprojekte zu gesellschaftlichem Wandel im Ruhrgebiet und Städten wie Detroit, New York und Los Angeles miteinander vergleicht. Ein Nachwuchswissenschaftler wird zu diesem Zweck auch die Arbeit von RuhrFutur vor Ort in der Geschäftsstelle begleiten. 

Finanziert wird das neue Kolleg von der VolkswagenStiftung im Rahmen ihrer Ausschreibung „Wissenschaft und berufliche Praxis in der Graduiertenausbildung“. Es hat seinen Sitz am Institut für Anglophone Studien der Universität Duisburg-Essen, die Graduiertenausbildung findet am RuhrCenter of American Studies der Ruhr-Universität Bochum, der TU Dortmund und der Universität Duisburg-Essen statt.