(Über-)Lebensgeschichten

(Über-)Lebensgeschichten

Datum: 04.12.2019

Bald werden wir den Menschen, die den Holocaust überlebt haben, nicht mehr zuhören können. Die Erinnerungen aus erster Hand werden dann nur noch Teil einer übergreifenden Erinnerungskultur sein. Wie also können die Überlebensgeschichten vor dem Vergessen bewahrt werden? Das von RuhrFutur-Geschäftsführerin Ulli Sommer moderierte Gespräch zwischen Ruth-Anne Damm und Maxim Leo drehte sich nicht nur um Ausgrenzung, Verfolgung und Verlust von Heimat, sondern thematisierte auch den Mut und die Kraft vieler Holocaust-Überlebender, sich trotz der erlebten Grausamkeiten neu zu orientieren.  

Die überwiegend ehrenamtlichen Mitarbeiter*innen des im Jahr 2014 gegründeten Vereins Heimatsucher e.V. interviewen Zeitzeug*innen, dokumentieren die Überlebensgeschichten und erzählen diese als sogenannte Zweitzeug*innen jungen Menschen weiter, die so ebenfalls zu „Zweitzeug*innen“ werden. Mehr als 8.500 Kinder und Jugendlichen wurden bisher erreicht. Von ihnen haben viele die Möglichkeit genutzt, persönliche Briefe an die Überlebenden zu schreiben, so dass 3.500 Briefe an Überlebende und ihren Familien übergeben werden konnten. Die „Zweitzeug*innen“ von Heimatsucher tragen durch ihr Engagement mit dazu bei, (junge) Menschen stark gegen jegliche Art von Rassismus und Antisemitismus zu machen.

Bücher erzählen (und bewahren) Geschichten: Der Journalist und Schriftsteller Maxim Leo folgt in „Wo wir zu Hause sind“ (Verlag Kiepenheuer & Witsch) der Geschichte seiner weit verzweigten jüdischen Familie, deren Mitglieder auf der Flucht vor den Nazis ihre Heimat verlassen mussten und in alle Winde zerstreut wurden. Die Kinder und Enkelkinder finden Jahre später nach Berlin zurück, in die Heimat ihrer Vorfahren.

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe RuhrFutur & Gäste lädt die Bildungsinitiative zweimal jährlich in Kooperation mit der Buchhandlung Proust sowie der VHS Essen interessante Menschen aus Wissenschaft, Politik, Kultur und Zivilgesellschaft ein, um über aktuelle gesellschaftspolitische Themen und Fragestellungen zu diskutieren.


Kontakt:

Sabine Rehorst
Kommunikation | Presse
0201–177878-26
sabine.rehorst@ruhrfutur.de

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